Vor-Ort-Installation
150 Sammellaken, die bei den Bewohnern gesammelt wurden, Marseille-Seife, blaues Pigment aus Übersee
Im 19. und 20. Jahrhundert war das "Buehouse" ein lebendiger Platz am Hafen von Camaret-sur-Mer. Vor der Ankunft der Haushaltswaschmaschinen trafen sich die Wäscherinnen und die Frauen des Viertels dort, um ihre Wäsche zu waschen, während sie Neuigkeiten austauschten, sich gegenseitig Ratschläge gaben und Know-how weitergaben... ein kollektives Gedächtnis im Laufe des Wassers. Dann zog die Wäschepflege allmählich in das Geheimnis der Haushalte, die Waschküche verlor ihre Funktion, und das Dachhaus wurde zeitweise zu einem sozialen Wohnraum, bevor seine Tür für mehr als fünfzig Jahre geschlossen wurde.
Im Jahr 2021 setzt sich der Verein Envor an dour dafür ein, das volkstümliche Erbe (Waschhäuser, Brunnen, Tränke, kleines gebautes Erbe...) und die vergessenen Wasserwege von Camaret wiederzubeleben, während er gleichzeitig die dort beheimatete Biodiversität schützt. Im Jahr 2025 lädt der Verein die verrückte Sammlerin ein, ihren bildenden Blick auf das Dachhaus zu richten, einen für die Öffentlichkeit geschlossenen Erinnerungsort, als Einführung in das zukünftige Projekt der Umwandlung des Hauses in ein Ökomuseum.
Beim Öffnen der Fenster zeigt das Kollektiv den Innenraum dieses Raumes. Lefolle stellt dort eine Wandinstallation auf. Mehr als hundert Laken, die von den Bewohnern und Einwohnern von Camaret gespendet wurden, bilden das Rohmaterial dieses Werkes. Alltagswäsche, beladen mit familiären und intimen Erinnerungen, werden einzeln in der Hand verdreht, was die physische Geste des Drehens, das im Duo stattfindet, wieder aktiviert.
In einer Mischung aus Seife und überseeischem Blaupigment imprägniert, erinnern diese verdrehten, bunten Knoten an die blauen Kugeln, die in Waschmaschinen zum Bleichen der Wäsche verwendet werden. Die Installation friert die Bewegung ein und formt die Wirbel, um die mühsame und unsichtbare Arbeit von Wasser und Händen wieder zu beleuchten.