Außer Kontrolle
Workshop-Konferenz von Eric Rumeau, Fotograf, Videofilmer
Seine Arbeit hinterfragt unsere Zeitwahrnehmung und ihre Verbindung zur Fotografie. Er lädt zu visuellen Experimenten ein, bei denen einzelne Vorrichtungen die Zeitlichkeit stören.
Seine Forschungen beschäftigen sich mit einer Zwischenwelt: einem winzigen Unterschied zwischen festem und beweglichem Bild, fast unfassbar, aber real. Diese Spannung eröffnet einen Raum, in dem die Zeit an der Grenze des Sichtbaren wahrnehmbar wird.
Zwischen Wirklichkeit und Illusion, Natur und Überwelt, Möglich oder Unmöglich bezieht sich sein Universum auf das Fantastische als Raum der Unsicherheit. Er erfindet Momente, in denen die Wahrnehmung schwankt, in denen der Betrachter aufgefordert wird, das Bild zu durchqueren, als würde man eine Schwelle überschreiten.
In seinen Werken wird die Fotografie zur Erfahrung, der Blick zum Zweifel, und das Vergängliche scheint zu atmen.
LEITFADEN DER WORKSHOP-KONFERENZ:
Ausgehend von der Fotografie eines Blattes, das unendlich reproduzierbar ist, schlägt diese Arbeit eine Drift vor. Das Bild wird mehrfach gedruckt, im Aussehen identisch, in seiner Herkunft stabil. Dennoch wird jede Ziehung zum Ausgangspunkt einer Transformation.
Unter dem Einfluss der Kapillarität bewegen sich die Tinten, verbreiten sich und mischen sich auf unvorhersehbare Weise. Filamente erscheinen, die organische Rippen und Netze evozieren. Das Bild scheint dann in einen Mutationsprozess einzutreten: Die Folie verformt sich, rekonfiguriert sich, als ob sie ihr Wachstum über ihre ursprüngliche Form hinaus fortsetzen würde.
Was identisch sein sollte, wird merkwürdig: Es entsteht eine "Familie" divergierender Bilder, in der sich jede Variation autonom entwickelt und dem Foto den Anschein einer fast lebendigen Form verleiht.
Der Referent wird sich auf die Bilder aus seiner Serie "Out of Control" stützen.