Limoges, April 1905
von der Firma Asphodèle.
Text: Joël Nivard
Regie: Sylvie Nivard
In einer Zeit, in der die Pflicht zur Erinnerung wichtiger denn je erscheint, soll dieses Spektakel ein Beitrag zum Gedächtnis der Arbeiter unserer Region sein.
Das kollektive Gedächtnis gehört niemandem. Sie hat ihre Verabredungen, ihre Vergessenheiten, ihre Interpretationen. Sie ist nie völlig objektiv. Wie die Limousin-Erde bleibt sie oft still, aber immer rebellisch.
Dieses Kapitel unserer Geschichte ist heute 120 Jahre alt. Durch diese Kreation erinnern der Autor und die Firma Asphodèle daran, dass das Porzellan so schön, so fein und so durchsichtig ist, weil Männer und Frauen jedes einzelne seiner Details gestaltet haben, manchmal um den Preis ihres Blutes.
Die geschilderten Ereignisse fanden an drei Tagen statt, vom 15. Samstag bis zum 17. April 1905. Der soziale Kontext und die historischen Fakten werden durch Personen lebendig, die sowohl Schauspieler als auch Zeugen sind: Bewohner des Volkes und der Straße, Arbeiter von Villaud und Ponticaud, Waschmädchen, Lehrerin oder bürgerliche Frauen.
Jeder nährt die Erzählung seiner sozialen, affektiven und emotionalen Erfahrung bis zum endgültigen Ausgang vor den Türen des Gefängnisses.